Was ist die transpersonale Psychologie?
Wir beantworten diese Frage mit einer Zusammenfassung, die wir aus ausgewählten Passagen von Stanislav Grofs Buch „Transpersonale Psychologie“ erstellt haben.
„Psychotherapien entstanden in den 1960er-Jahren als Erweiterung der humanistischen Psychologie, die sich als zu begrenzt erwies, um Spiritualität und transzendente Bedürfnisse als wesentliche Dimensionen des Menschseins zu berücksichtigen. Anthony Sutich und Abraham Maslow, Schlüsselfiguren der humanistischen Psychologie, konsolidierten diese neue Bewegung, die als die ‚Vierte Kraft‘ bekannt wurde. Ihre Wurzeln lagen jedoch bereits in den früheren Ansätzen von Carl Gustav Jung, Roberto Assagioli und Maslow selbst. Gestärkt wurde die Bewegung durch klinische Forschung mit psychoaktiven Substanzen, die neue Perspektiven auf die Psyche eröffneten.“
„Jung kann als der erste moderne Psychologe betrachtet werden. Er brach mit der vorherrschenden kartesisch-newtonschen Weltanschauung und gab dem Unbewussten, dem Geheimnisvollen, dem Mystischen, dem Kreativen und dem Religiösen Vorrang gegenüber den eher rationalen und wissenschaftlichen Werten Freuds.“
„Die transpersonale Psychologie unterscheidet sich von traditionellen psychotherapeutischen Ansätzen vor allem dadurch, dass sie eher durch den Kontext als durch den Inhalt bestimmt ist. Der transpersonale Therapeut begleitet die Patientin oder den Patienten durch jede Erfahrung – alltäglich, biografisch, existenziell oder spirituell – und erkennt dabei stets die kosmische Dimension des Bewusstseins sowie sein evolutionäres Potenzial an. Das Wesen dieses Ansatzes liegt in seiner Offenheit für das gesamte Spektrum menschlicher Erfahrungen, einschließlich spiritueller und transzendenter Zustände.“